Einführung in das Konzept PIKA® - Netzwerk Konflikthilfe e.V.

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Einführung in das Konzept PIKA®

Über uns > Das Konzept PIKA®

Prävention Intervention KonfliktbearbeitungAnti-Gewalt-Training

Dieses durch den Verein Netzwerk Konflikthilfe e.V. verbreitete Konzept ist in der praktischen Anwendung gewachsen und lebt von der Erfahrung Vieler.
Denn PIKA® ist kein geschlossenes Konzept, welches die Lösung zum „Thema“ bereithält, sondern ist darauf angelegt, für Rückmeldung offen zu sein, um praxisbezogene Weiterentwicklung des Konzeptes zu ermöglichen.

Es zeigt Herangehensweisen, welche individuell und verschiedenartig bei unterschiedlichen Problemlagen und Personengruppen angewandt werden. Das Konzept PIKA® enthält Elemente zur Prävention, Intervention und Konfliktbearbeitung. Es beinhaltet darüber hinaus konkrete Festlegungen dafür, welchen Kriterien Beratung, Ausbildung und Trainings in Schule, Jugend- und Straffälligenhilfe (z.B. Anti-Gewalt-Trainings) nach PIKA® entsprechen sollen.

Bekanntes nur „neu“ erklärt?
Unbeeindruckt davon, dass es verschiedene Methoden und Konzepte gibt, welche sich mit der Vorbeugung und der Lösung von Konfliktsituationen, aggressivem Verhalten und Gewalt befassen, dokumentiert Hans-Peter Menke anhand von PIKA® die Fortschreibung der in Praxisphasen erprobten und reflektierten Herangehensweise und Erkenntnisse.
PIKA® soll die Hinführung zur- und die Sensibilisierung für die Thematik ermöglichen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Es soll Mut zum eigenen Handeln machen, aber auch darin unterstützen, sich gegebenenfalls für die Inanspruchnahme professioneller Begleitung und Unterstützung zu entscheiden.

Voraussetzungen zur Umsetzung und Anwendung von PIKA®
So einfach sich das Konzept PIKA® im Ansatz darstellen mag, seine Handhabung und Anwendung im Beratungs- und Trainigskontext, bedarf einer differenzierten Wahrnehmungs-, Verhaltens- und Handlungskompetenz, die im professionellen Üben – mitunter in supervisorischer Begleitung oder anderen Formen der Reflexion und Rückmeldung – erworben werden muss. Innerhalb des Kreises der „aktiven Mitglieder“ im Netzwerk Konflikthilfe e.V. stellt die Verpflichtung auf das gemeinsame ethische Selbstverständnis, die Vereinbarung zur Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen, Teilnahme an Supervision, Fallbesprechungen und Beratung die wichtigste Grundlage für die Qualitätssicherung des fachlichen Standards dar.

Lernen im Sinne von PIKA®
In den verschiedenen Settings sollen die Klienten und Klientinnen zur Bereitschaft geführt werden im Kontext des Konzepts PIKA® ihre durch Erfahrung erworbenen Kompetenzen zu hinterfragen, zu verändern und zu erweitern. Dieses Lernen bezieht sich auf: Kenntnisse, Fertigkeiten, Einstellungen, Gewohnheiten, Vorlieben, und Abneigungen. Das Spektrum dessen, was und wie gelernt wird, kann sehr vielseitig sein. Das Setting motiviert zum Verlassen der eigenen Komfortzone und bietet damit eine einzigartige und nachhaltige Lernsituation.

Vereinfacht können vier Lerntypen unterschieden werden, die sich sowohl positiv wie negativ beim Lernenden auswirken:
  • Lernen am Modell
  - Orientierung an Vorbildern
  •  Lernen am Erfolg
  - Emotionaler Gewinn durch positive Verstärkung
  •  Lernen am Misserfolg
  - Niederlage führt zur Vermeidung und Abwehr
  •  Kognitives Lernen
  - Wissen und Erkenntnisse führen zu positivem Eigenempfinden

Zwischen diesen Lerntypen gibt es immer wieder Verflechtungen. Durch (Lern-)Erfahrungen mit diesen Modellen erleben wir Erfolge und Misserfolge, die im Weiteren unsere Verhaltensweisen beeinflussen.

Lernen ist Beziehungssache
Dieser Grundsatz ist ein fester Bestandteil im Konzept PIKA®. Der Beziehungsaufbau steht am Anfang der Arbeit mit Klienten und Klientinnen.
Das Entgegenbringen von Wertschätzung und Achtung kann wichtige Ressourcen hervorbringen, die im Weiteren positive Veränderungen in bisher eingefahrene Wahrnehmungs-, Handlungs- und Verhaltensmuster bewirken sollen. Das Gelingen des Aufbaus eines Zustands der gegenseitigen Wertschätzung und Achtung wird deshalb nach PIKA® als wichtige Voraussetzung dafür gesehen, dass sowohl Konfliktbeteiligte jeglichen Alters (z.B. in der Streitschlichtung oder Mediation) als auch Gewalttäter, eine Entwicklung der Kontrahenten oder potentiellen Opfern, erbringen können.
 
Über die Sensibilisierung zum Verstehen und zur Selbstkontrolle
  • In Gruppentrainings werden soziale Kompetenzen und Handlungsstrategien eingeübt.
  • In Beratung und Mediation werden Zielformulierungen und Handlungsmöglichkeiten erarbeitet. In beiden Settings wird das Ziel verfolgt für das Empfinden des jeweiligen „Gegenübers“ zu sensibilisieren.
 
Ziel dieser Sensibilisierungen ist das Auslösen von Emotionen, welche ein Verstehen des Gegenübers, sowie eine Selbstkontrolle (Aggressionshemmung) auf den Weg bringen soll. Diese wiederum sollen weitere schädliche Handlungen einschränken, bzw. verhindern.
 
Am Ende steht das aktive und positive Mitwirken in der Gemeinschaft
In der Mediation wie im Anti-Gewalt-Training geht es also um die Entwicklung einer empathischen Beziehung zu der - oder den anderen Personen. Wobei in einem weiteren und letzten Schritt die Entwicklung des Gemeinschaftsgefühls im Sinne der Individualpsychologie nach Alfred Adler steht, welche das Empfinden einer inneren Verbundenheit und Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe und das aktive Mitwirken in der Gemeinschaft zum allgemeinen, gemeinschaftsfördernden Nutzen beinhaltet.
 
Wir hoffen, dass das Konzept PIKA® Anregung und Mut vermittelt, sowohl das Erlangen von Kompetenzen im Umgang mit Konflikten zu erwerben, als auch sich für die Verhinderung der Entstehung von Aggression und Gewalt einzusetzen.

Ralf Winter & Thomas Häußler

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