Humor als Ressourcen in der Sozialen Arbeit - Netzwerk Konflikthilfe e.V.

Prävention – Intervention – Konfliktbearbeitung – AntiGewaltTraining
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Humor als Ressourcen in der Sozialen Arbeit

Fachtage
Fachtag 16.04.2016
Fachtag 2016
mit Ludger Hoffkamp

Ludger Hoffkamp ist seit 15 Jahren Klinik-Clown und Humorcoach, Theologe, Seelsorger, Gestaltberater (IGBW), Gestalttrainer i.A. (IIGS) und Trauerbegleiter. Er arbeitet für „Humor hilft heilen" (Stiftung Eckart v. Hirschhausen).

Infos über Ludger Hoffkamp finden Sie unter: http://www.clownkampino.de/
Sein im Februar 2016 erschienenes Buch trägt den Titel:

Rückblick:
"Humor, eine lange Zeit unbeachtete Ressource in der Sozialen Arbeit"
Noch vor wenigen Jahren wurden namhafte Therapeuten und Pädagogen mit Thesen und Arbeiten über den Einsatz und die Wirkung von Humor in der professionellen Arbeit auf Kongressen belächelt und stießen in Fachkreisen auf Unverständnis, weil das Wissen über die Wirkung von Humor bis dahin kaum erforscht und daher wenig verbreitet war. Doch heute weiß man, dass gerade da „wo Probleme sind, etwa in schwierigen, belastenden Situationen, bis hin zur Trauerarbeit, auf jeden Fall Witz und Humor wichtig sind“ (vgl. Kirchmayr).
Auf unserem Fachtag haben wir uns damit beschäftigt, wie wir unseren Humor als Ressource im pädagogischen Alltag einsetzen und auch als wichtigen Resilienzfaktor in der Begegnung mit unseren Adressaten begreifen können. Denn Humor erzeugt Lachen.
 
Lachen wirkt entspannend, verbindet, schafft Gemeinschaft, kann aber auch durch „liebevolles karikieren" (Farrelly) durchaus provozierend wirken; und in emotional aufgeladenen Settings eine gesunde Distanz ermöglichen.
Dabei darf Humor aber nicht (ent) werten oder (ver) urteilen, soll nicht aggressiv sein und Vertrauen zerstören. Wir kennen dabei die „Spielarten“, wie den schwarzen Humor, den Galgenhumor, den Britischen Humor und den trockenen Humor. Doch die Grenzen zu Spott und Zynismus - beides Formen, die gemeinhin als abwertend empfunden werden - sind oftmals fließend und können bei Beziehungskonflikten, in denen viele Emotionen im Spiel sind, leicht überschritten werden und verletzend wirken. Diese Grenzen gilt es zu erkennen.
 
Anhand von wissenschaftstheoretischen Ausführungen und von unserem Referenten angeleiteten praktischen Einheiten, haben wir uns die Wirkung von Humor sowohl im Hinblick auf professionelle, als auch auf private Situationen vor Augen führen lassen. Die positive Wirkung wurde uns bei den Übungen und dem Referat bewusst, gemacht.

Inputs:
  • Humor als Kompetenz, speziell in schwierigen Situationen
  • Emotionen in Konflikten positiv beeinflussen und entschärfen
  • Unterscheidung zwischen verletzendem und wertschätzendem Humor
Zitatensammlung von Ludger Hoffkamp

„Resilienz“ stammt aus dem Englischen (resilience) und kann mit Widerstandsfähigkeit (Elastizität oder Spannkraft) übersetzt werden.
Der Begriff meint die Eigenschaft, mit belastenden Situationen umgehen zu können.   (Wustmann, Resilienz 2004)

„Zunehmend werden in medizinischen Zeitschriften Artikel über den hohen Preis, den negative Emotionen fordern, veröffentlicht. Insbesondere Krebs ist mit intensiven Angstzuständen in Verbindung gebracht worden.
Es ist aber wenig einleuchtend, warum Emotionen sich nur zum Nachteil und nicht auch zum Vorteil auswirken sollten. Auf jeden Fall war ich schon lange vor meiner eigenen Erkrankung zu der Überzeugung gelangt, dass Kreativität, der Wille zu leben, Hoffnung, Glaube und Liebe ein biochemisches Pendant haben und den Heilungsprozess und das Wohlbefinden nachhaltig beeinflussen.
Positive Emotionen sind lebensspendende Erfahrungen.“  (Cousins, Der Arzt in uns selbst, S.69)
„Der Tod ist nicht die größte Tagödie des Lebens. Die größte Tragödie ist die Entpersönlichung – in einer fremden und sterilen Atmosphäre zu sterben, ohne die seelische Stärkung, die man erhält, wenn man die Hand eines liebenden Menschen ergreifen kann, ohne den Wunsch, das zu erleben, was das Leben lebenswert macht, ohne Hoffnung.“  (Cousins, S. 117)

„Humor ist die Fähigkeit, Gabe eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen, den Schwierigkeiten und Missgeschicken des Alltags mit heiterer Gelassenheit zu begegnen, sie nicht so tragisch zu nehmen, und über sie und sich lachen zu können.“  (Duden, Fremdwörterbuch, 1982)
„Kinder sind den Clowns wesensverwandt, sie haben immer noch einen Fuß im Paradies!“ (Dimitri)

„Kinder lachen ungefähr 400 Mal am Tag, ein Erwachsener nur noch 20 Mal am Tag.

(Eckhart von Hirschhausen)Ein Toter gar nicht. Die Tendenz ist eindeutig: Wer lacht lebt länger!“

„Man könnte sich den ganzen Tag ärgern, aber man ist nicht  verpflichtet dazu!“





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